Innergesellschaftlich

Innergesellschaftlich meint hier den Austausch zwischen unterschiedlichen Regionen und Menschen innerhalb eines Landes. In Ecuador etwa zwischen Küste und den Anden, zwischen  kleinen Fischerdörchen in der Provinz Manabí und comunidades in den südlichen Andenprovinzen Azuay, Cañar oder Loja. Ein solches innergesellschaftliches Begegnungsprogramm erlaubt es ecuadorianischen Schülern mit anderen Lebenslagen und sozialen Milieus in Kontakt zu kommen, die sie in ihrem Alltag nicht erfahren, schon gar nicht aus der Nähe. Für die allermeisten der teilnehmenden Jugendlichen bedeutet dies gewissermaßen den Einblick in eine andere Welt. Viele waren noch nie so weit von ihrem Zuhause entfernt. Wir ermöglichen es daher kleinen Schülergruppen sich gegenseitig zu besuchen, sich im Alltag kennenzulernen und voneinander zu lernen.

Ein solcher Austausch im Land selbst – „innerecuadorianisch“ – ist im Vergleich mit unserem interkontinentalen Austauschprogramm verhältnismäßig unbürokratisch. Wir müssen hier keine komplizierten Visaprozedere über uns ergehen lassen. Auch fallen natürlich internationale Reisekosten weg, die sonst stets eine große Planstelle in unserem Budget einnehmen müssen. Trotz allem besteht auch hier ein beträchtlicher Finanzierungsaufwand – für Busfahrten, Seminare, Verpflegung, TeamerInnen oder Versicherungen. Natürlich gibt es auch bei diesem anders gestalteten Austausch keine Garantie, dass aus einer solchen Begegnung Engagement erwächst, was immer auch ein Ziel unserer Austauschprogramme ist. Jedoch sind hier zumindest die Sprachbarrieren geringer und der kulturelle Orientierungsbedarf niedriger als bei unserem interkontinentalen Programm. Jeder Austausch hat so unzweifelhaft seine ganz eigenen Reize.

Dieser innergesellschaftliche Austausch ermöglicht es auch einen intensiven Kontakt zwischen unseren verschiedenen ecuadorianischen Partnerprojekten und uns aufrechtzuerhalten. Nicht nur die mitmachenden Schüler und Schülerinnen gewinnen Eindrücke von ganz anderen Zusammenhängen und Positionen, sondern natürlich auch die verantwortlichen Projektträger. So geht es immerfort auch um den Austausch von Ideen und Sichtweisen, um Vernetzung innerhalb Ecuadors, um gemeinsame Strategien, Interessen und Standpunkte. Steht bei unserem Austausch zwischen Ecuador und Deutschland mehr die interkulturelle Begegnung im Vordergrund, so rückt hier – neben dieser Dimension – vor allem auch eine Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements in den Mittelpunkt.